| Achtung.Wild. |
Das Jugendwerk hat das Jahr 2008 unter das Motto: „Achtung. Wild.“ gestellt.
Ja, in gewisser Hinsicht sind wir schon ein bisschen wild. Der eine mehr, der andere weniger. Aber was bedeutet eigentlich wild sein? Als ich es mal spaßeshalber in google eingegeben habe, erschien auf dem Bildschirm etwas von irgendwelchen Wildrezepten und ein Link für eine Jagdzeitung wurde auch angegeben. Was „wild“ bedeutet, wusste ich trotzdem nicht. Nicht einmal die allwissende freie Enzyklopädie Wikipedia mit ihren Artikeln konnte mir wirklich weiter helfen. Doch einen Satz in einem Artikel fand ich sehr eindrücklich. „Grundsätzlich befindet sich Wild in natürlicher Freiheit und ist herrenlos, gehört also niemandem“. Diese Aussage erinnert mich an den kleinen Prinzen. Antoine de Saint-Exupéry greift diese Wildheit, Herrenlosigkeit sehr schön auf. In seiner Geschichte trifft der kleine Prinz einen (wilden!) Fuchs und er möchte mit ihm spielen, doch der Fuchs lehnt ab, da ihn der Prinz noch nicht gezähmt hat. Der Prinz fragt den Fuchs was Zähmen denn bedeute und dieser antwortet ihm „es bedeutet, sich vertraut machen“. Der Fuchs erläutert weiter, wenn sie sich gegenseitig zähmen, sind sie nicht mehr herrenlos. Nein, der Prinz werde einzig sein in der Welt für den Fuchs und der Fuchs werde einzig sein in der Welt für den Prinzen. Diese Begegnung zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs hat doch eigentlich im Kern etwas sehr Reales. Wie oft treffen wir auf fremde Menschen, die uns äußerlich und vom „hören-sagen“ vielleicht bekannt sind, aber das Wesentliche, der innere Kern uns doch von dem Gegenüberstehenden fremd ist. Sich deshalb erstmals zu „zähmen“, sich vertraut machen, finde ich einen sehr guten Gedanken. Das heißt nicht, dass man nur miteinander reden soll, sich die Seele vom Leib quatschen, sondern auch miteinander zu singen, zu beten, zu schweigen, zu essen, Sport zu machen, zu spielen und so weiter. Der Fuchs beendet die Geschichte mit den Worten: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Da wir jedoch wissen, dass wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden, sind wir auch in der Lage, genauso wie Gott, das Herz anzusehen. Das bedeutet, dadurch dass ich Gottes Geschöpf bin, kann ich mit dem Herzen sehen. Ich bin nicht auf ein äußerliches Urteil angewiesen, das Wesentliche ist uns zugänglich. Ich kann einem „asozialen Penner“ mit genauso viel Respekt entgegentreten wie einem „erfolgreichen, gut aussehenden Geschäftsmann“. Gott befähigt uns mit dem eigenen Herzen, die Herzen der Menschen anzusehen. Ist das nicht eine geniale Tatsache?
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Das Jugendwerk hat das Jahr 2008 unter das Motto: „Achtung. Wild.“ gestellt.
Mit dem Herzen zu sehen ist oft schwierig, unsere Augen sind leider schneller als unser Herz. Exupéry hat diese Wahrheit erkannt, die schon in der Bibel steht. „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr sieht das Herz an.“ (1.Sam 16,7). Wenn ich mal so einfach und kindlich schlussfolgere, wie Saint-Exupéry seine Geschichte schreibt, würde das so aussehen: Es steht geschrieben „ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr sieht das Herz an“. Wir sehen das Äußere eines Menschen, Gott blickt tiefer, nämlich in das Herz eines jeden Menschen.