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Macht Gott Fehler?
Samstag, den 06. Dezember 2008 um 12:45 Uhr

Wenn ich mir Gottes Schöpfung anschaue komme ich ins Staunen. Über die Vielfalt der Pflanzen, der Farben, der Bäume, der Formen usw. Oft kommt mir dann der Gedanke in den Sinn: „Yes Gott, wie geil du doch alles gemacht hast! Hammer!"

Kurz darauf wird mir bewusst, dass ich als Mensch auch zu dieser Schöpfung gehöre. Da kommt mir ein ganz anderer Gedanke in den Sinn: In der Bibel lese ich: „Und Gott schuf den Mensch zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau." „Was hast du dir dabei gedacht Gott? Du schaffst dir mich als dein Ebenbild. Ich, der einen Fehler macht nach dem anderen! Was ist da schief gelaufen?" Selbst bei Adam und Eva hats nicht geklappt. Die habens auch verbockt, sie haben vom „Baum der Erkenntnis" gegessen, obwohl du ihnen gesagt hast, dass sie es nicht dürfen. Deshalb hast du sie ja auch aus dem Paradies verbannt. Also was ist so schiefgegangen, dass du mich Mensch so fehlerhaft erschaffen hast?"

Ich habe sehr lange über diesen „Umstand" nachgedacht. Er hat mich sehr beschäftigt. Bis ich durch ein Gespräch und ein „Erlebnis" die Antwort auf die Frage fand: Es ist überhaupt nichts „schief" gegangen! Einige Verse später steht: „Und Gott sah an, alles was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." Ja wie jetzt? „...alles was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." Alles - Alles meint auch Adam und Eva, also auch mich. Wie passt das denn jetzt zusammen? Es hat mit dem Blickwinkel zu tun, mit der Perspektive, aus der wir auf Dinge schauen. Aus der Perspektive der Menschen wird schnell deutlich, dass wir nicht vollkommen sind. Wir sind fehlerhaft und können eben nicht alles. Aber in der Bibel steht doch etwas von „Ebenbild" und „...es war sehr gut!..." Was meint sie damit.Mit Ebenbild meint die Bibel unseren „freien" Willen. Wir dürfen selbstständig Entscheidungen treffen. Gott hat uns nicht als Marionetten erschaffen, sondern als Wesen mit einem freien Willen. Wir dürfen selber entscheiden, z.B. ob wir etwas mit Gott zu tun haben wollen oder nicht. Auch wie viel Zeit wir mit Gott verbringen. Das ist mit eins der größten Geschenke die Gott uns machen konnte, einen freien Willen zu schenken.

Aber um uns nicht zu Marionetten zu machen, muss Gott uns auch die Möglichkeit einräumen, z.B. den Baum der Erkenntnis, uns gegen ihn zu entscheiden. Eine „andere" Wahl zu treffen. Eben nicht Gottes Vorstellungen zu entsprechen. Trotzdem sagt Gott: ... und siehe, es war sehr gut."! In einem anderen Beispiel gesprochen. Wenn meine Frau irgendwann einmal ein Baby bekommen wird, werde ich mich sicher sehr, sehr freuen. Ich werde vielleicht nicht die Wörter „und siehe, es war sehr gut" benutzen, aber sie werden das gleiche ausdrücken. Auch werde ich mein Kind nicht zuhause einsperren, nur weil ich Angst habe, dass es weglaufen wird oder nichts mehr mit mir zu tun haben möchte. Nein, ich lasse ihm die Entscheidung, ob es mich als Vater akzeptiert oder nicht. Dieser Gedanke hindert mich nicht daran ein einzigartiges Lebewesen in die Welt zu setzen. Genau so wenig wie es Gott daran gehindert hat, den Menschen zu erschaffen.

Deshalb dürfen wir ganz getrost in den Spiegel schauen und denken: „Und siehe, es war sehr gut."

 

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