| Siehe, ich will ein Neues schaffen... |
| Montag, den 01. Januar 2007 um 00:00 Uhr | |||
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Doch in letzter Zeit hatte der neue Prophet sie irritiert und aufgerüttelt. Er sprach von einer ganz neuen Zeit. Nicht neu wie ein neues Kleidungsstück. Neu, weil Jahwe ein Neues schaffen wird. Wasser und Blumen in der Wüste. Neue Gnade und Zukunft. Das waren die Worte und Bilder, um die sich die Botschaft des Propheten drehte. Ein unverbesserlicher Optimist, dachten die meisten. War es nicht ganz gut eingerichtet, so wie es war? Aufbruch und Neubeginn? Durch die Wüste zurück nach Jerusalem? Das waren wohl Hirngespinste und die Folge der sengenden Sonne in der Mittagshitze. In letzter Zeit verdichteten sich Gerüchte, dass womöglich doch ein Weg zurück ins Land Israel, nach Jerusalem, möglich würde. Sollte Gott tatsächlich so eingreifen, sich Mühe machen mit den treulosen Israeliten? ja, auf Gott war Verlass. Das unaussprechlich Neue kann nur von ihm kommen. Weit über 2 500 Jahre später wissen wir, dass Gott seinem Volk Israel treu geblieben ist, trotz furchtbarer Zeiten. Sie kamen zurück nach Jerusalem und begannen in kleinen Schritten ein neues Leben. Auch einen neuen Tempel bauten sie wieder. Jeden Tag das ganze Herz auf Gott werfen. Das war die Lektion Tag für Tag. Als Christen schreiben wir diese alte Geschichte fort. Wir haben die große Arbeit Gottes erlebt. Er ist in diese Welt gekommen, ganz neu und unerwartet, in seinem Sohn Jesus Christus. Seit rund zweitausend Jahren sind auch wir Teil des Gottesvolkes mit allen Höhen und Tiefen, trotz Schuld, Versagen und Ungehorsam. Wir können jeden Tag neu auf Jesus hören, der uns einlädt, unser ganzes Herz, unsere ganze Existenz auf Gott zu werfen. Er ist unser Halt, unser Anfang und Ende. Ohne ihn haben unser Leben und diese Welt keinen Sinn. Mit Jesus aber tun sich die Dimensionen des erfüllten Lebens, der inneren Freude, der Kraft für Schönes und unsagbar Schweres auf.
(Aus "Neues wächst Andachten 2007")
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Man hatte sich ganz gut eingerichtet. Babylon war nicht Jerusalem, war nicht die Heimat. Es war die Fremde. Die Mütter und Väter, vor Jahrzehnten hierher verschleppt, waren entweder tot oder sehr alt. Viele Junge kannten nur Babylon und die triste Existenz am Rande der großen Stadt. Sie machte Eindruck. Mit ihren riesigen Bauten flößte sie fast etwas Furcht ein. Auf der anderen Seite gab sie aber auch Sicherheit. Ringsum Wüste. Hier gab es Brunnen und Nahrung. Die Erzählungen von der alten Heimat waren schön. Abraham, Isaak und Jakob, Joseph, Mose und der Zug durch das Schilfmeer, die Zehn Gebote am Berg Sinai, der Einzug ins Land Israel. Gebannt lauschten die Jungen den Erzählungen der Alten nachts am Feuer, wenn der tiefschwarze Himmel mit den unzählbaren Sternen sich über ihnen ausbreitete. Die Geschichten von Saul und David, von Salomo und dem wunderschönen Tempel, von Gottes Durchhilfe und verlässlicher Liebe zu seinem Volk beeindruckten sie tief und prägten sich im Herzen ein. Die Geschichte von Schuld und Versagen wurde nicht verschwiegen. Könige und Volk hatten Jahwe vergessen. Die Verschleppung ins Exil war die angemessene Strafe. Immer wieder ging der neue Psalm über ihre Lippen. Einer von ihnen hatte formuliert: »An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten ...«.