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Sie trinken auf den Beginn ihrer neuen Freundschaft:
"Wenn du fünf Fernsehgeräte hättest, würdest du mir eins schenken?" - "Freilich!"
"Wenn du fünf Autos hättest, würdest du mir eins schenken?" - "Freilich!"
"Wenn du fünf Hemden hättest, würdest Du mir eins schenken?" - Der Gefragte schüttelt den Kopf. - "Warum nicht?" "Ich habe fünf Hemden."
(Peter Bamm)
Wie weit geht die Bereitschaft zu teilen? Wie viel von meinem Besitz, meinem Geld und meiner Zeit teile ich? Wie viel sind andere bereit mit mir zu teilen; was bekomme ich von ihnen geschenkt?
Leider ist das oft wie in dem Text oben, vielleicht nicht mit Hemden, vielleicht nicht mal mit materiellen Dingen. Aber viele Menschen habe ich für Freunde gehalten, die sagten “wenn was ist, dann kannst du immer zu mir kommen”. Und dann war etwas - und wo sind die Freunde?
Wenn ein Mensch gestorben ist, wo waren meine Freunde um das Leid mit mir zu teilen? Als der Schulabschluss daneben ging, wo war da die stolze Verwandtschaft - vielleicht doch nur Familienzugehörigkeit bei bestandenem Abitur? Der Verlorene Sohn der Bibel hat das gleiche erlebt: in guten Zeiten, als er reichlich Geld hatte, da gab es viele Freunde um ihn. Als das Geld zur Neige ging, waren die Freunde plötzlich auch verschwunden.
Wenn es drauf ankommt, ist niemand da, der wirklich teilt, der wirklich hilft, der einfach nur aushält - das erleben wir oft.
Was ist mit mir? Bin ich viel besser, viel treuer, viel ehrlicher, viel verlässlicher? Wie leicht geht mir ein Versprechen über die Lippen. Denke ich an die Konsequenzen, die damit verbunden sind? Würde ich im Ernstfall abgeben - einen Teil von meinem Geld? - etwas von meinem Besitz? - einen Teil meiner Zeit? Ja, natürlich! - auch wenn das bedeutet, dass ich mir dann dieses Jahr kein Auto leisten kann? - auch wenn es um mein Lieblingsbuch geht? - auch wenn ich zuhören und trösten muss, anstatt Spaß zu haben?
Je konkreter das, was ich teilen soll, wird, desto schwerer fällt es mir, dies wirklich zu tun. Bei abstrakten Versprechen, kann ich leicht ja sagen - aber bei Konkretem fällt mir auf, was das bedeutet.
Teilen tut im ersten Moment weh, es widerstrebt mir. Wie bei einem kleinen Kind, das nicht mit seinen Geschwistern teilen will.
Aber teilen macht reich - ein Kind merkt irgendwann, wenn es seine Puppe auch mal abgibt, dann bekommt es manchmal den Teddy der Schwester. Das ist so typisch menschliches teilen - man könnte auch sagen - Berechnung!
Ich spende jetzt noch 100 Euro, das macht sich gut bei der Steuererklärung; oder wenn ich meinen Rasenmäher verleihe, bekomme ich Nachbars Schwingschleifer. Es geht um einen Deal, aber nicht um echtes Teilen.
Teilen heißt, wirklich abgeben ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Vielleicht nicht mal ein DANKE.
Aber warum sollte ich so blöd sein? Warum soll ich auf mein mühsam verdientes Geld verzichten, meine Zeit mit problembeladenen Menschen verbringen oder ehrenamtlich eine Freizeit leiten, statt in Urlaub zu fahren? Ich habe doch wirklich nichts davon!
Jesus gibt uns dazu ein Versprechen: Wer seine Zeit, seine Hilfe, sein Geld in Menschen investiert, der "wird nicht unbelohnt bleiben", weil es genauso ist, als würden wir das alles für Jesus selber tun (Mt 10, 41f).
Belohnt womit? - meint Jesus vielleicht das ewige Leben, das weit weg ist und nicht so recht greifbar? Ich glaube ja, aber Jesus vertröstet nie bloß auf später. Etwas von Gottes Reich und seiner Kraft wird immer schon spürbar. Jetzt. Hier. Da wo ich Jesus beim Wort nehme und mich darauf einlasse.
Jesus hat mich beschenkt, schon im voraus - mit Gaben, mit Geld, mit Zeit. Ich brauche nicht so zu tun, als ob ich selber mir das alles erarbeiten hätte. Ich habe es geschenkt bekommen und ich darf und soll es teilen.
Dann werde ich erleben, dass teilen froh macht, dass Gott in vielfacher Weise das zurückgibt, was ich gegeben habe. Ich brauche keine Angst zu haben, leer auszugehen. Gott teilt seinen Reichtum gerne mit mir, er gibt großzügiger, als irgendein Mensch das könnte. Deshalb können auch wir mit Freude von unserem Reichtum abgeben.
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