| Macht hoch die Tür |
| Geschrieben von: Rudolf Spieth | |||
| Samstag, den 01. Dezember 2007 um 00:00 Uhr | |||
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Schön, dass dieser Anfang in der Stille gemacht wird, sehr wohltuend, bei all der Umtriebigkeit, die die Vorweihnachtszeit jedes Jahr mit sich bringt. Ein Neuanfang sozusagen ohne „Pauken und Trompeten“, wie es so heißt, wenn man einen Einstand gebührend, und damit auch lautstark feiert. Auch das hat seine Berechtigung – hier aber nicht. Vielleicht ist die Musik in den Gottesdiensten an diesen Sonntagen im Advent noch bereichert durch andere Instrumente. Aber das große „Tam-Tam“ bleibt aus. Advent ist noch nicht entdeckt von der Industrie, die mit der Stille nichts, aber auch gar nichts anfangen kann. Geld daraus verdienen schon gar nicht.Adventszeit ist ursprünglich eine Fastenzeit – für Industrie und Handel genauso „schlimm“ wie die Passionszeit. Man bemüht sich darum, jedes Jahr krampfhafter, die Weihnachtszeit noch früher beginnen zu lassen, damit die Adventszeit darunter verdeckt bleibt. Gerade das aber macht mir die Adventszeit mindestens so lieb wie die weihnachtlichen Tage und Wochen. Hier will mir niemand was verkaufen. Aber etwas schenken! Advent – ein Neuanfang in der Stille, in der Besinnlichkeit der dunkleren Jahreszeit, im Herzen des Menschen. Wo sonst sollten echte Veränderungen denn auch beginnen, wenn nicht im menschlichen Herzen? In der fünften Strophe des Liedes spricht der Dichter Georg Weissel davon, dass seine Herzenstür offen sei. Offen für den König, wiederum aus der ersten Strophe, offen für den Heiland aller Welt – darum, weil er unsere Maßstäbe im Herzen neu ordnen kann.
Nein, sich bereit zu halten, ist gar nicht so einfach. Unsere Zeit, unsere Lebensweise macht es uns nicht leicht. Und Könige, ja, sie werden ohnehin anders empfangen. Ein paar davon gibt es ja in Europa noch. Dieser Herrscher braucht die Stille. Nicht das krampfhafte Unterdrücken jeglichen Lautes, womöglich nach dem Motto: „Wer zuerst wieder spricht, hat verloren!“. Der König der Herzen braucht die Stille, so wie sie für jeden Menschen passend ist, so wie sie das Herz eines jeden Menschen erschließt. Da gibt es unzählige Wege, unzählige Arten. Jede und jeder hat sicherlich eigene Formen der Stille. Man muss sie nur praktizieren. Die Adventszeit ist eine wunderschöne Gelegenheit dafür. Allen, die sich mit dem ejw verbunden wissen, sei eine ganz, ganz frohe, besinnliche Adventszeit gewünscht, mit der Kraft für alle Neuanfänge!
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„Macht hoch, die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!“
Heil und Leben bringt er mit sich, so heißt es weiter, Heil und Leben, weil sich auf den neuen Anfängen wohl aufbauen lässt. Weil ich ungute und gefährliche Abhängigkeiten zurücklassen und neu in die Zeit sehen darf. Auch meine Abhängigkeit von der Zeitstruktur, oder von den Erwartungen der Menschen kann ich ein Stück weit aufkündigen. Das alles kann ich nicht „machen“.