| Fear not! |
| Samstag, den 01. Januar 2000 um 00:00 Uhr | |||
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Fear not! Nach so einem anstrengenden Tag war das genau das Richtige für die Jünger. Abschalten - raus auf den See. Dort waren sie zuhause. Die meisten der Jünger waren von Beruf Fischer und kannten den See Genezareth wie ihre Westentasche. Am frühen Abend war der See noch ruhig, doch nach Mitternacht begann ein heftiger Sturm und die Wellen wurden so groß, dass sie bis ins Boot hineinschwappten. Hektisch und angstvoll begannen die Jünger ihr Boot auszuschöpfen - ein aussichtsloses Vorhaben. In diesem Moment blickte einer der Jünger auf den tobenden See und verharrte erschrocken. Dann rief er panisch und außer sich vor Schrecken: „Seht da - ein Gespenst!" Die andern blickten über den See und schrien vor Angst über das was sie dort sahen. Noch im selben Augenblick hörten sie eine bekannte Stimme die sprach: Seid getrost, ich bin's; Fürchtet euch nicht. Petrus, obwohl ihm die Angst noch in den Knochen saß meinte seinen Herrn zu erkennen und er sprach zu ihm: „Herr, bist du es, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen." Und er sprach: „Komm her!" Ich will an dieser Stelle innehalten weil ich den Gedanken nicht los werde was Petrus zu so einer waghalsigen Aufforderung getrieben hat. War er lebensmüde oder wollte er beweisen was für ein harter Mann er ist? Beides scheint mir in diesem Augenblick nicht zu passen. Petrus sagt: „Befiehl mir". Dieses „befiehl mir" beinhaltet ein „sich ausliefern", sich ganz unter jemandem Willen beugen, die eigene Person zurückstellen. Lassen sich solche Sätze, ohne Hintertüre, leichter sagen wenn man nichts mehr zu verlieren hat? Wenn es eh ungewiss ist, dass man aus dieser Situation wieder heil raus kommt? Oder warum sagt man sie sonst so selten? Der Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Jesus fordert ihn auf zu ihm zu kommen. Petrus steigt über die Reling und macht die ersten Schritte auf dem Wasser. Doch da sieht er wie eine riesig, brausende Welle auf ihn zukommt... Neulich habe ich einen passenden Vergleich aus der Zirkuswelt gehört. Ein Trapezkünstler lässt seine Schaukel los mit der Hoffnung von seinem Partner an den Händen wieder gefasst und aufgefangen zu werden. Diese ungewissen Sekunden können unendlich lange erscheinen und so manche Zweifel aufkommen lassen. Vielleicht ging es Petrus ähnlich, er „sprang ab" voll Zuversicht und den Blick auf Jesus gerichtet. Aber dann überkommt ihn die Angst vor der übermächtig scheinenden Welle. Das Ende der Geschichte ist wahrscheinlich bekannt.... Jesus reicht Petrus seine Hand, fängt ihn auf und bringt ihn zurück in Sicherheit. Wann durftest du das letzte Mal Jesus rettende Hand spüren? Die anderen Jünger können nur staunend bekennen: „Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!" Willst auch du mutig, dich hingebende aber auch zweifelnde und versagend ein Zeuge und eine Zeugin für Gottes Handeln sein?
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