| Gabenpuzzle |
| Samstag, den 01. Januar 2000 um 00:00 Uhr | |||
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Vorab bekommt jeder Puzzelstücke, die gemeinsam zu einem Ganzen zusammengesetzt werden müssen! Jeder von uns hat einen Umschlag bekommen, in dem ein Puzzlestück war, bei manchen waren auch zwei drin. Manche hatten eines, wo ganz viel abgebildet war, bei manchen fast nichts. Dann hing das Plakat draußen. Manche haben gemerkt, Mensch, da paßt ja mein Teil drauf, manche sind dran vorbei gegangen und haben es nicht hingeklebt. Ja, und dieses Bild ist im laufe der Woche daraus entstanden. Viel kann man erkennen, es gibt aber auch Lücken. Ziemlich ähnlich ist das mit den Gaben und Talenten, die Gott uns schenkt. Manche bekommen nur kleine, auf den ersten Blick unauffällige Gaben und schielen ein bißchen neidisch auf die, die scheinbar alles können oder zumindest eine Sache perfekt. Mir geht das oft so mit Instrumenten - ich würde auch gerne eins ordentlich können und viel musikalischer sein. Bin ich aber nicht. Also - dann bringe ich meine bescheidenen Künste lieber gar nicht ein, andere können das eh viel besser. Manchmal scheint das schon ein bißchen ungerecht, wie Gott so was verteilt. Aber ich glaube, das ist genau wie mit unserem Puzzle: wenn ein Teil - und ist es noch so klein, noch so unscheinbar - fehlt, dann merkt Man es. Das große Bild hat Lücken. In einer Gemeinde ist das doch auch so, wenn nicht jeder das einsetzt was er hat und kann, dann hat niemand was davon. Stellt euch vor, welche Sachen man als selbstverständlich nimmt. Wenn auf einmal in der Kirche keiner mehr singt, weil es keiner kann. Wenn keine Orgel spielt, weil jeder denkt, der andere kann es doch besser. Oder wenn mittags kein Essen mehr auf dem Tisch steht, weil eure Mutter denkt, sie sei eine schlechte Köchin. Ich glaube fest, daß Gott jedem etwas geschenkt hat, was er kann und auch einsetzen soll um das Leben reicher, bunter, leichter zu machen. Die Umrisse von unserem Puzzle waren nicht immer genau so, daß die Teile nahtlos reinpassen. Genau wie in der Gemeinde oder der Gruppenstunde. Da stimmen die Erwartungen von uns selbst, den anderen Mitarbeiter und den Teilnehmern auch nicht immer überein. Dann kann man aber versuchen, trotzdem irgendwie weiter zu kommen. Wir müssen alle ein paar Kompromisse machen, damit jeder in seiner Person vorkommt und Gemeinde mit gestalten kann, dann gibt es am Ende ein buntes, hoffentlich fröhliches Bild, und viele Ecken und Winkel, wo sich viele Menschen wohl und zu hause fühlen können. Auch wenn dir dein Können manchmal ziemlich dürftig vorkommt: setz es ein - wir alle haben etwas davon! Die Bibel redet von einem Leib, das soll Jesus sein, und von den Gliedern dieses Leibes, das sind wir, alle Christen dieser Welt. Wir dürfen und sollen uns einbringen, denn jeder Körperteil ist wichtig.
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