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Mutig ins Jahr 2009!
Samstag, den 28. Februar 2009 um 15:28 Uhr

„Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah..." (Hebräer 11,7a)

Ich find das Kapitel 11 im Hebräerbrief großartig! Da werden einfach ein paar Menschen gezeigt, die ganz fest an Gott geglaubt haben. Aber ist das nur eine Sache der Vergangenheit? Nach dem Motto: früher in biblischer Zeit war das Glauben noch viel einfacher? Stimmt doch gar nicht! Keiner der Menschen, die die Bibel zeichnet, sind Helden gewesen, sondern werden uns oft in aller Schwachheit und Sündhaftigkeit gezeigt, vollkommen angewiesen auf den lebendigen Gott!

An einem der vergangenen Sonntage besuchte ich in Stuttgart eine Jugendmissionskonferenz. Da berichteten Missionare über ihre Arbeit. Dabei waren langjährige Mitarbeiter, die zum wiederholten Mal in ihre Missionsgebiete ausreisten; daneben auch ganz junge Leute, die sich auf einen halb- oder ganzjährigen Einsatz vorbereiteten. Es ging in Länder, die zum Katastrophengebiet erklärt sind; in solche, die durch Bürgerkriege, Korruption oder Krankheitsepidemien fast zugrunde gehen; Länder, in denen fremde Religionen den Christen schwer zusetzen und sie eine echte Minderheit sind. Diese Leute haben alle eines gemeinsam: sie sind auf die freiwilligen Gaben ihrer sendenden Gemeinden angewiesen. Ob genügend Geld kommt, wissen sie nicht! Aber das weiß man ja in Deutschland inzwischen auch nicht mehr so sicher!

Ich fragte mich: was ist deren Geheimnis. Warum reisen die so fröhlich und so mutig aus, obwohl sie zum Beispiel noch kein Visum haben? Die vertrauen einfach Gott: Wenn Gott will, dass ich da hin gehe, wird er mich versorgen und dann kommt auch das Visum rechtzeitig!

Dieser Glaube ist es, den uns der Schreiber des Hebräerbriefes wichtig machen will. Von den Personen ist oft nur eine einzige Sache berichtet, wo es ganz auf den Glauben ankam. So'n Schinken einer 500-seitigen Biographie würde auch kein Mensch lesen! Schaun wir uns den Noah mal näher an und zwei Dinge, die wir von ihm lernen können:

Durch den Glauben handeln wir mutig

Da ist Noah. Ein einfacher Mann. Er lebte in schlimmer Zeit, ganz ähnlich wie heute. „Die Bosheit war groß auf Erden. Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse immerdar..." so fasst es der Bericht im 1.Mosebuch zusammen. Damals fasste Gott einen schier unglaublichen Beschluss: „Ich habe die Nase voll vom Menschen. Ich möchte ihn nicht mehr sehen. Ich vertilge ihn von der Erde." Und genau da beginnt der biblische Bericht von Noah. Er hatte eine Ahnung vom lebendigen Gott. Mitten in die Bosheit der Welt hinein spricht Gott zu Noah. Dass Gott redet und nicht schweigt, ist Erweis seiner Liebe, Gnade und Barmherzigkeit!

Und er teilt Noah seinen Entschluss mit: „Baue dir eine Arche, ich will dich retten." Wovor denn? Antwort: Es gibt ein Gericht Gottes. Aber das Schönste ist: Gott selbst sorgt für die Rettung. Das hört Noah und er nimmt Gott in seiner Botschaft ernst. So baut er ein Schiff mitten auf der grünen Wiese. Das ist mutig. Natürlich braucht er viel Holz, also kauft er Wald an. Das ist mutig. Er stellt Mitarbeiter an, die für ihn fällen, sägen, hobeln, konstruieren und die er bezahlen muss. Auch das ist mutig. Denn alle, Befürworter und Spötter, Bewunderer und Kritiker, halten ihn für komplett durchgeknallt. Durch seinen Glauben handelt Noah mutig.

Und wir? Das ist mutig, in der heutigen Gesellschaft zu sagen: „Nein, ich halte es mit dem lebendigen Gott, egal was andere sagen. Und ich halte mich an sein Wort, egal wer mir die Bibel madig macht!"

Ich bewundere junge Familien, die sich heute noch zu Kindern entschließen. Ich bewundere junge Leute, die sich von Gott im Gebet ihren künftigen Ehepartner zeigen zu lassen. Ich habe Hochachtung vor jungen Menschen, die sich ihren Beruf nicht nach Wirtschaftslage oder Verdienstmöglichkeiten aussuchen, sondern nach den Begabungen fragen, die Gott in ihr Leben hineingelegt hat.

Christen handeln mutig, weil sie im Glauben Gott auch ihre Zukunft anvertrauen. Was sind wir Christen doch für bevorzugte, begnadigte und von Gott gesegnete Menschen! Durch den Glauben reden wir mutig

Wie war das denn bei Noah? Hat der sich vor seine Arche gestellt und Blitz- und Donnerpredigten gehalten? Nein, davon lesen wir nichts!  Seine „Predigt" bestand in seinem Leben und Handeln. Sein unerschütterliches Vertrauen zu Gott war ein mutiges Zeugnis für seine Mitmenschen. Sein stilles Bauen war ein deutlicher Ruf: „Sucht doch die Rettung, die Gott anbietet!"  Noah vertraute Gott und seinem Wort, ganz schlicht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Unbeirrt baute er weiter an seinem Schiff. Unbeirrt halten wir weiter an Jesus fest, auch wenn die Welt sagt, er könne nicht der einzige Retter sein! Noah war überzeugt: „Wenn auf dem platten Land kein Wasser ist, Gott wird welches herschaffen. Wie er das macht, weiß ich nicht, aber er wird's tun! Und wie Gott alle Tiere zur rechten Zeit hierher bekommt ohne Viehtransporter, ohne Hundepfeife, ohne alles, das weiß ich auch nicht, aber Gott wird es tun." Er glaubte, „was man noch nicht sah..."
Und wenn sich tausende Menschen nicht vorstellen können, dass Gott einst kommen wird, „zu richten die Lebenden und die Toten" (Apostolisches Glaubensbekenntnis), so dürfen wir wissen: Gott hat es bereits getan! Es hat an unsrer Stelle Jesus getroffen: am Kreuz von Golgatha. Wer an Jesus glaubt, ist schon gerettet! Die Rettung: zur Zeit Noahs war es die Arche. Viele hundert Jahre später riefen die Apostel zu Jesus, der uns von Gott zur Rettung gesandt wurde.
Darum seid mutig: Auch Euer Leben, Handeln und Reden kann anderen den Weg zu Jesus zeigen. Das 2009 zu erleben wünscht Euch von Herzen

 

Euer Reinhard Hoene
(Reinhard Hoene ist Bezirksjugendpfarrer und Gemeindepfarrer in Amstetten)
 

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