| Freiraum - ein Fußballspiel |
| Samstag, den 01. Mai 2010 um 16:12 Uhr | |
![]() Ein Fußballspiel. Es ist so ein klassisches Gurkending: der Ball eiert 90min zwischen den Füßen der Spieler hin und her, ohne ein einziges Mal seiner Bestimmung zu folgen und im Netz zu zappeln. Gähnende Langeweile macht sich breit. Die Fans auf der Tribüne haben schon andere Vergnügungen gefunden. Per SMS verschicken sie ein paar Grüße aus dem Stadion. Andere versuchen die netten Mädels zwei Reihen vor sich zu beeindrucken. Auf dem Spielfeld macht sich Ratlosigkeit breit. Jeder neue Anlauf, die Abwehrreihen zu durchbrechen, wird mit Misserfolg bestraft. Langsam bekommen die Spieler den Unmut ihrer Fans zu spüren. Immer lauter werden die Pfiffe und Buh-Rufe. Der Ball tändelt durch die eigenen Reihen. Wieder versuchst du es. Du startest deinen Sprint – genau zur richtigen Zeit. Der Ball kommt perfekt in deinen Lauf, die gegnerische Abwehr hat keine Chance. Du bist zu schnell. Vorbei am Innenverteidiger und ab geht die Post Richtung Tor. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Ps 31,9) Jetzt ist es an dir. Du musst den freien Raum nutzen. Bisher lief alles perfekt. Nur du kannst es jetzt noch verbocken. Das wird wohl die einzige Chance in diesem Spiel. Allein auf weiter Flur, nur der Torwart kann dich noch am Glück hindern. Jetzt entscheidet sich, ob du zum Helden oder zum Deppen der Nation wirst. Alles hängt an dir. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ Manchmal gelingt es, die Chance zu nutzen. Dann ist die Freude groß. Manchmal versagt man aber auch im entscheidenden Moment. Dann möchte man am liebsten im Boden versinken. Freiraum will genutzt sein – beim Fußball und im Leben. Mit jedem freien Raum tun sich Chancen auf. Da ist eine erste Ausbildungsstelle oder ein neuer Arbeitsplatz, eine Möglichkeit sich in der Gemeinde einzubringen oder ein Praktikum im Ausland. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum, Gott“ Gott hält in unserem Leben allerlei Chancen bereit. Manchmal müssen wir darauf warten wie in einem zähen Fußballspiel. Es kann auch vorkommen, dass wir Chancen im Leben versemmeln. Das ist ärgerlich. Man könnte im Boden versinken. Aber da liegt dann doch der Unterschied zum Fußballspiel. Gott schnauzt uns dann nicht an wie ein wütender Trainer, der in einer verpassten Chance die Millionen davonfliegen sieht. Sondern Gott spricht: „He, beruhige dich. Ich habe eine neue Chance für dich.“ „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ Im Fußballspiel braucht es einen guten Riecher, um solche Chancen zu bekommen. Und auch im Leben tut es gut, wenn man Augen und Ohren für neue Chancen offen hält. Das macht das Leben spannender und abwechslungsreicher. Ich glaube, Gott hält für uns allerhand Chancen bereit und er freut sich dann wie ein Fan im Stadion, wenn die auch genutzt werden. Warum also nicht einmal in der Woche sich Zeit mit Gott nehmen und gemeinsam mit ihm überlegen, welche Chancen sich gerade auftun und wie man sie am besten nutzen könnte? Es lohnt sich bestimmt.
Cornelius Küttner,
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